Vom Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz 1913 zum StAG 2024: Wie sich deutsche Staatsbürgerschaft verändert hat


Auf einen Blick
- ✓Das Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz (RuStAG) von 1913 basierte primär auf dem Abstammungsprinzip.
- ✓Mit der Reform im Jahr 2000 wurde das Geburtsortsprinzip (ius soli) in Deutschland eingeführt.
- ✓Die StAG-Reform 2024 markiert die historische Abkehr vom Prinzip der Vermeidung von Mehrstaatigkeit.
- ✓Die Mindestaufenthaltszeit für eine Einbürgerung wurde im Laufe der Geschichte von 10 auf 5 Jahre verkürzt.
Informationsstatus: Verifiziert mit StAG 2026 Reformen
Geprüft auf Konformität mit den gesetzlichen Rahmenbedingungen des Jahres 2026.
Die Geschichte deutsche Staatsbürgerschaft ist eng mit der politischen und gesellschaftlichen Entwicklung Deutschlands im 20. und 21. Jahrhundert verknüpft. Das moderne Staatsangehörigkeitsrecht hat in den letzten einhundert Jahren einen fundamentalen Wandel vollzogen: Von einem ethnisch geprägten Abstammungsrecht hin zu einem modernen, integrationsorientierten Gesetz, das der Realität einer globalisierten Einwanderungsgesellschaft Rechnung trägt.
Das Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz (RuStAG) von 1913
Die Grundlage des deutschen Staatsangehörigkeitsrechts bildete über fast ein Jahrhundert das Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz (RuStAG) vom 22. Juli 1913. Dieses Gesetz verankerte das strenge Abstammungsprinzip (ius sanguinis). Deutsche Staatsbürger war demnach nur, wer von deutschen Eltern abstammte. Der Geburtsort oder die Dauer des Aufenthalts in Deutschland spielten für den Erwerb der Staatsangehörigkeit bei der Geburt rechtlich keine Rolle. Dieses Prinzip spiegelte das damalige Verständnis einer homogenen Kulturnation wider.
Praxis-Check: Jetzt direkt prüfen
Prüfen Sie kostenlos Ihre Voraussetzungen zur Einbürgerung in unserem 3-Minuten-Assistenten.
Die Reformen ab dem Jahr 2000 und das Geburtsortsprinzip (ius soli)
Eine Zäsur erfolgte zum 1. Januar 2000 unter der damaligen rot-grünen Bundesregierung. Das Gesetz wurde umfassend reformiert und in Staatsangehörigkeitsgesetz (StAG) umbenannt. Die wichtigste Neuerung war die Einführung des Geburtsortsprinzips (ius soli) als Ergänzung zum Abstammungsprinzip. Kinder ausländischer Eltern, die in Deutschland geboren wurden, erhielten fortan unter bestimmten Bedingungen (Aufenthaltsrecht und -dauer der Eltern) automatisch bei Geburt die deutsche Staatsbürgerschaft. Dies war ein historischer Schritt zur Anerkennung Deutschlands als Einwanderungsland.
Die wegweisende StAG-Reform 2024 und die doppelte Staatsbürgerschaft
Die jüngste und weitreichendste Änderung trat im Sommer 2024 in Kraft. Die StAG-Reform 2024 veränderte das Einbürgerungsrecht grundlegend: Die vorgeschriebene Aufenthaltszeit wurde von acht auf fünf Jahre verkürzt. Die historisch bedeutendste Änderung war jedoch die vollständige Zulassung der Mehrstaatigkeit (doppelte Staatsbürgerschaft). Damit verabschiedete sich Deutschland endgültig vom alten Prinzip der Vermeidung von Mehrstaatigkeit. Mehr über uns und unsere Mission, Einwanderern diesen Weg zu erleichtern, erfahren Sie auf der Seite Über uns, und prüfen Sie Ihre Eignung direkt mit unserem Einbürgerungscheck.
Die historische Entwicklung zeigt, wie sich das Verständnis von Zugehörigkeit und Staatsbürgerschaft an die moderne Gesellschaft angepasst hat. Wissenschaftliche Aufarbeitungen und Gesetzestexte finden sich im Bundesgesetzblatt sowie in historischen Archiven der Bundesregierung.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was war das Hauptprinzip des RuStAG 1913?
Das Hauptprinzip des RuStAG 1913 war das Abstammungsprinzip (ius sanguinis). Die deutsche Staatsangehörigkeit wurde fast ausschließlich durch die Abstammung von deutschen Eltern weitergegeben, unabhängig vom Geburtsort.
Wann wurde das Geburtsortsprinzip (ius soli) in Deutschland eingeführt?
Das Geburtsortsprinzip wurde mit der Reform des Staatsangehörigkeitsrechts zum 1. Januar 2000 eingeführt. Seitdem können in Deutschland geborene Kinder ausländischer Eltern die deutsche Staatsbürgerschaft ab Geburt erhalten.
Welche Änderungen brachte die StAG-Reform 2024?
Die Reform 2024 verkürzte die Mindestaufenthaltszeit für die Einbürgerung auf 5 Jahre und erlaubte generell die doppelte Staatsbürgerschaft (Mehrstaatigkeit), ohne dass man die bisherige Staatsangehörigkeit aufgeben muss.
Was bedeutet das Abstammungsprinzip (ius sanguinis)?
Das Abstammungsprinzip (Recht des Blutes) besagt, dass ein Kind die Staatsangehörigkeit seiner Eltern erwirbt, unabhängig davon, in welchem Land oder an welchem Ort es geboren wird.
Rechtlicher Hinweis
Disclaimer / Haftungsausschluss: PassKlar ist eine automatisierte, KI-gestützte Aufklärungsplattform, die verallgemeinerte Zusammenfassungen öffentlicher rechtlicher Rahmenbedingungen (StAG) bereitstellt. Sie bietet keine rechtsverbindliche Rechtsberatung im Sinne des deutschen Rechtsdienstleistungsgesetzes (RDG). Wenden Sie sich für individuelle rechtliche Einschätzungen stets an einen zertifizierten Einwanderungsanwalt (Fachanwalt für Migrationsrecht) oder Ihre örtliche Ausländerbehörde.

